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28.10.2017 18:30 Kloster Loccum, Stiftskirche freier Eintritt

Freiheit

Disputation: N.N., Prof. Dr. Gerhard Wegner, Prof. Dr. Harald Welzer

Wenn wir heute im Zusammenhang mit der Wirkung des Lutherischen Denkens auf die Frage nach Der Freiheit kommt, so steht sofort die Denkschrift  „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ (1520) im Raum. Mit dem dialektischen Satz „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand Untertan. Ein Christenmensch ist ein Knecht aller Dinge und jedermann Untertan“ beschreibt er die Spanne dessen, wie sich für den Christen ein verantwortungsorientiertes Handeln entwirft. Wo liegen heute fast 500 Jahre nach Luthers Denkschrift die gesellschaftlichen Gefahren, die die Freiheit des Einzelnen gefährden? Diese Veranstaltung überprüft die „Baustelle Freiheit“, genauer. Die gesellschaftlich ambivalenten Momente der Sicherheit durch Überwachung, die Gefährdung der individuellen Freiheit durch religiöse Indoktrination und die Verstrickung des Einzelnen durch das Internet.

Die drei Disputanten lassen eine abwechslungsreiche Debatte erwarten.  N.N. ist verantwortlich für die fragile Balance zwischen Sicherung und Gefährdung der Freiheit durch Überwachung. Gerhard Wegner beobachtet als Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD die religiöse Einflussnahme im Einwanderungsland Deutschland und Harald Welzer, warnt als Sozialpsychologe und Bestsellerautor vor der stetig wachsende smarte Diktatur, die unsere Gesellschaft erfasst hat und zunehmend fixiert. Moderiert wird der Abend von Reinhard Bingener von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Disputation mit N.N., Prof. Dr. Gerhard Wegner und Prof. Dr. Harald Welzer | Moderation: Reinhard Bingener

- EINTRITT FREI! -

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Disputation:

mit N.N., Prof. Dr. Gerhard Wegner und Prof. Dr. Harald Welzer 

Prof. Dr. Wegner

Prof. Dr. theol., Pastor Gerhard Wegner ist Prof. für Praktische Theologie an der Universität Marburg und seit Gründung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD (2004) Institutsdirektor. Seit Juni 2016 ehrenamtlich tätiger Vorstandsvorsitzender des nbeb (Niedersächsischer Bund für freie Erwachsenenbildung e. V. ) und seit 2014 im Vorstand des Studienzentrums der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie. Wegner ist Mitglied des Aufsichtsrates des Diakonischen Werkes evangelischer Kirchen in Niedersachsen e. V. und seit 2007 Mitglied des Aufsichtsrates der Diakonie Himmelsthür. Er ist im Kuratorium der Stiftung Sozialer Protestantismus und im Beirat von Denkwerk Demokratie. Zudem ist er ständiger Gast der Kammer der EKD für soziale Ordnung und er ist Mitherausgeber einer ökumenischen Reihe, "Theologie und Praxis", LIT Verlag Münster. Studiert hat er Ev. Theologie in Göttingen und Nairobi, von 1983 - 1991 wirkte er als Pastor in Celle und Springe. Danach war er tätig als Leiter des Ev. Büros für die EXPO 2000 und als Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers.

Arbeitsschwerpunkte: Sozialethik und Religionssoziologie, Kirche und soziale Milieus, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Sozialethik.

 

Vita Prof. Dr. Welzer

Prof. Dr. Harald Welzer ist Soziologe und Sozialpsychologe. Mitbegründer und Direktor von „Futur Zwei. Stiftung Zukunftsfähigkeit“, Professor für Transformationsdesign und –vermittlung an der Universität Flensburg, ständiger Gastprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Sankt Gallen, Mitglied im Rat für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung sowie im Zukunftsrat des Landes Schleswig-Holstein. Die Bücher von Harald Welzer sind in 22 Sprachen übersetzt worden. Ein Ranking des Georg-Duttweiler-Instituts vom letzten Jahr zählt Welzer zu den 100 wichtigsten Vordenkern weltweit.

Vita N.N

 

Moderation: Reinhard Bingener

Reinhard Bingener wurde Silvester 1979 in Regensburg geboren. Studium der Evangelischen Theologie unter anderem in Halle-Wittenberg, Chicago und München. Nach dem Examen wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Eintritt in die politische Redaktion der Frankfurter Allgemeine Zeitung im April 2008. Das Interesse am Protestantismus wie an der Politik wurde so von einer Neigung zur angenehmen Pflicht. Seit August 2014 berichtet er als politischer Korrespondent FAZ mit Sitz in Hannover über Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen sowie weiterhin über die evangelischen Kirchen in Deutschland.

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